Deliverability
Jahresrückblick zur Zustellbarkeit 2018: Festivus-Wunder bei Mailgun
Festivus steht vor der Tür, genauer gesagt ist es in wenigen Tagen so weit. Wir haben uns die Zeit genommen, uns über Black-Friday-E-Mails auszulassen sowie darüber, wie in diesem Jahr Yahoo und AOL den Versand verlangsamt haben , aber unser Wunder haben wir immer noch nicht gefunden. Wir sind uns nicht ganz sicher, ob wir eines finden werden, aber ein nachdenklicher Blick auf das vergangene Jahr hat definitiv etwas für sich. Einiges hat sich geändert, vieles aber auch nicht. Doch alles, was passiert ist und was nicht, wirkt sich direkt auf Ihre Zustellbarkeit aus.
Um ehrlich zu sein, hat sich im vergangenen Jahr in puncto Zustellbarkeit nicht viel geändert. Wir würden gerne behaupten, dass es ein riesiges Wunder gab – etwa die Entdeckung eines Bat-Phones, das uns direkt mit E-Mail-Anbietern auf der ganzen Welt verbindet, damit wir Ihre Probleme mit der E-Mail-Zustellung sofort mit nur einem Anruf lösen können. Das ist leider nicht passiert und wird es höchstwahrscheinlich auch nie, aber ein bisschen träumen darf man ja wohl, oder?

Also gut, zurück zur Realität. Die Wahrheit ist, dass dieselben Grundprinzipien nach wie vor gelten. Best Practices für E-Mailssind immer noch entscheidend. Senden Sie großartige Inhalte an Personen, die Ihre E-Mails erhalten möchten, und Sie werden eine hervorragende Zustellbarkeit erreichen. Fordern Sie Ihr Glück heraus und senden E-Mails an Personen, die kein Opt-in für Ihre Nachrichten gegeben haben, sieht das Ganze schon anders aus.
Die Sache ist die: Es gibt keine Abkürzungen oder Möglichkeiten, das System „auszutricksen“. Glauben Sie uns: Spammer haben bereits alles versucht, und die E-Mail-Anbieter wissen das. Wenn Sie so etwas „versuchen“, wirken Sie ebenfalls wie ein Spammer und werden auch so bestraft. Lassen Sie sich also bitte nicht auf diesen Schlamassel ein.
Da dies aber ein Beitrag über Wunder ist, müssen wir über einige kleine Wunder des vergangenen Jahres sprechen.
Wunder Nr. 1 – DMARC-Einführung
Eine Sache, die wir im letzten Jahr sehr positiv beobachtet haben, war die zunehmende Nutzung von DMARC. Das ging nur langsam voran, und das aus gutem Grund: Die Einrichtung von DMARC-Richtlinien für Ihre Absenderdomains kann schließlich eine entmutigende Aufgabe sein. Dennoch haben wir festgestellt, dass immer mehr Absender ihre Domains durch die Erstellung von DMARC-Richtlinien vor böswilligen Akteuren schützen.
Wir gehen davon aus, dass sich dieser Trend 2019 fortsetzen wird. Falls Sie dies noch nicht getan haben, empfehlen wir Ihnen dringend, DMARC zu nutzen. Als Bonus kann DMARC Ihre Zustellbarkeit verbessern. Wenn Sie nicht geschützt sind, könnten Dritte Ihre Domain spoofen und Ihre Reputation schädigen, ohne dass Sie es überhaupt merken.
Wunder Nr. 2 – Universal Feedback Loop
Ein echter Segen unserer Freunde bei Return Path war die Veröffentlichung ihrer Universal Feedback Loop. Für alle, die nicht wissen, was ein Feedback Loop ist: Dieser informiert uns grundsätzlich darüber, wenn eine Beschwerde gegen eine unserer Absender-IP-Adressen eingegangen ist. Der teilnehmende E-Mail-Anbieter sendet uns einen sogenannten Abuse-Reporting-Format-Bericht (ARF), der Informationen zu der Nachricht enthält, über die sich beschwert wurde. Wir nehmen diese Informationen, verarbeiten die Beschwerde, und so werden E-Mail-Adressen zu Ihrer Sperrliste für Beschwerden in Mailgun hinzugefügt.
Deshalb sind Feedback Loops für uns und für Sie als Absender so wichtig. Ohne diese Informationen würden Sie weiterhin E-Mails an Empfänger senden, die sich zuvor über Sie beschwert haben, was Ihre Reputation und Zustellbarkeit zerstören würde. Return Path hat einen mühsamen und zeitaufwändigen Prozess vereinfacht, und das ist ein Festivus-Wunder, das wir voll und ganz unterstützen.
Ein ehemals 18-stufiger Prozess (so viele E-Mail-Anbieter kooperieren mit Return Path) erfordert jetzt nur noch einen einzigen Schritt, wenn wir neue IP-Adressen hinzufügen müssen. Also danke, Return Path, vielen Dank.

Wunder Nr. 3 – DSGVO-Stichtag
Ein Rückblick auf 2018 ist nicht komplett ohne das Thema DSGVO. Der 25. Mai 2018 war ein Datum, das viele Menschen beunruhigte – und das völlig zu Recht, denn alle mussten ihre großen, wunderbaren E-Mail-Listen nehmen und quasi aus dem Fenster werfen. Wenn Sie an jene kurze Zeitspanne denken, in der jedes Unternehmen E-Mails mit dem Betreff „Wir haben unsere Datenschutzbestimmungen aktualisiert“ verschickt hat, dann ja, dann denken Sie an DSGVO.

Das war nicht einfach. Viele Absender hatten infolgedessen mit Sperrlisten zu kämpfen, was jedoch zu erwarten ist, wenn man eine Kampagne zur erneuten Einwilligung an alte Listen versendet. Es ist schwer für Teams, eine große, wunderbare und aktive Liste zu nehmen und sie dann einfach zu verwerfen (auch unser Marketing-Team tat sich damit schwer). Insgesamt haben die Absender es überstanden. Sie haben ihre Listen bereinigt, Datenschutzerklärungen aktualisiert und stehen dank der DSGVO insgesamt besser da. Auch wenn es so wirken mag, als würden wir das Ganze auf die leichte Schulter nehmen: Datenschutz ist ein Thema, das alle interessieren sollte.
Fazit
Alles in allem war 2018 ein gutes Jahr für die E-Mail. Es gab einige Höhen und Tiefen, aber der Kern des Versands ist gleich geblieben. Das ist jedoch nichts Schlechtes, denn so können alle ihren Versand richtig aufsetzen und sich an Best Practices halten, die uns noch lange erhalten bleiben. 2019 wird sicherlich ähnlich verlaufen, und wenn es so weit ist, werden wir wieder eine ganz neue Liste an Beschwerden haben.