E-Mail bleibt die effektivste Marketingplattform
Dieser Artikel wurde verfasst und beigesteuert von Rod Ussing bei Lookahead.io.
Angesichts des rasanten Wachstums von Social Media fragen sich einige Marketingfachleute, ob E-Mails im Online-Marketing überhaupt noch relevant sind. Tatsächlich sind Blogbeiträge mit dem Titel „E-Mail ist tot!“ keine Seltenheit. Um diese dramatische Behauptung zu prüfen, werfen wir einen Blick auf den aktuellen Stand von E-Mails im Marketing und beleuchten dabei einige Fakten.
Social-Media-Plattformen wie Facebook, Twitter und Snapchat werden von einem wachsenden Teil der Bevölkerung genutzt, der Echtzeitkommunikation in kleinen Häppchen bevorzugt. Weltweit nutzen inzwischen über zwei Milliarden Menschen Social Media. Laut dem Pew Research Center, nutzten 2015 90 % der jungen Erwachsenen Social-Media-Plattformen. Noch bemerkenswerter ist jedoch die Feststellung von Pew, dass 2015 auch 35 % der Erwachsenen über 65 Jahren Social Media nutzten – gegenüber nur 2 % im Jahr 2005.
Angesichts des kometenhaften Aufstiegs von Social Media ignorieren Fachleute im digitalen Marketing diesen Bereich auf eigene Gefahr, und es ist zweifellos verlockend, E-Mails für überholt zu erklären.
Bedeutet das nun, dass E-Mails irrelevant geworden sind? Nicht so schnell. Bevor wir zu diesem Schluss kommen, müssen wir die Daten prüfen – und hier sprechen die Zahlen eine andere Sprache. Wie so oft bei neuen, aufmerksamkeitsstarken Technologien steht Social Media im Rampenlicht. Doch es ist die ältere, weniger glamouröse E-Mail, die den essenziellen geschäftlichen Support bietet, damit Social Media überhaupt florieren kann.
Folgen Sie dem Geld
Trotz des rasanten Wachstums der durch Social Media getriebenen Werbung bleibt die E-Mail die wichtigste Säule im digitalen Marketing und erzielt den höchsten Return on Investment (ROI). Laut dem Direct Marketing Association (DMA) werden für jeden in E-Mail-Marketing investierten 1 $ höchst beachtliche 38 $ erwirtschaftet. Im Jahr 2015 zitierten Artikel im Harvard Business Review genannt, und Forbes Magazine eine aktuelle Adobe-Studie unter 400 Büroangestellten, in der 47 % der Befragten angaben, dass sie in den nächsten fünf Jahren von einer zunehmenden E-Mail-Nutzung ausgehen. Adobe fand zudem heraus, dass Millennials ihre E-Mails mehrmals täglich abrufen. Die Befragten der Studie schätzten ihre durchschnittliche E-Mail-Nutzung auf sechs Stunden pro Tag.
Die E-Mail entwickelt sich weiter
Zweifellos setzt die neue Landschaft des digitalen Marketings die E-Mail unter Druck. In der Natur muss sich eine Spezies, die mit einer veränderten Umwelt und dem Kampf um Ressourcen konfrontiert ist, weiterentwickeln und anpassen. Auch in der Geschäftswelt muss sich die E-Mail nun weiterentwickeln und anpassen, um nicht auszusterben.
Die Kundschaft von heute ist anspruchsvoller. Sie möchte gut informiert sein, bevorzugt Marketing, das sie interessiert, und ist vor allem mobil. Die Adobe-Studie hat gezeigt, dass 88 % der Millennials ihre E-Mails auf dem Smartphone lesen. Entwicklungsteams von E-Mail-Marketing-Technologien haben sich dieser Herausforderung gestellt, indem sie E-Mail-Vorlagen für Mobilgeräte optimiert und Technologien zur Verfügung gestellt haben, die eine automatische Personalisierung von Marketingmaterialien ermöglichen, und zwar mithilfe von erweiterte Analysen.
Laut der DMA ist die Zahl der „Massen-E-Mails“ aus Marketingkampagnen, bei denen dieselbe Nachricht an alle Empfangenden gesendet wird, auf nur noch 14 % gesunken. Die restlichen 86 % machen E-Mails aus, bei denen „fortgeschrittene Taktiken“ zum Einsatz kommen. Verantwortungsbewusste E-Mail-Marketing-Profis von heute haben nichts mehr mit den Spammern von früher gemein. Sie haben erkannt, dass Verbraucherinnen und Verbraucher mit Respekt behandelt und als Individuen wahrgenommen werden möchten. Smarte Marketingfachleute verstehen, dass E-Mails in Kombination mit Analysen und gutem Management weiterhin das Potenzial haben, enorme Umsätze zu generieren.
Ergänzende Plattformen
In diesem sich wandelnden Online-Ökosystem bin ich der Meinung, dass Marketingfachleute E-Mails im Zusammenspiel mit anderen Plattformen wie Social Media und Software-as-a-Service (SaaS) als ergänzende Systeme nutzen können. Tatsächlich bietet Social Media bei richtigem Einsatz das Potenzial, einer E-Mail-Kampagne enormen Auftrieb zu verleihen.
Ein Großteil der heutigen sozialen Online-Interaktionen findet auf bekannten Plattformen wie Facebook und Snapchat statt; dennoch sind E-Mails weiterhin tief in sämtlichen Bereichen von Marketing und Handel verwurzelt. Bei der Abwicklung von Geschäften (einschließlich der Verwaltung von Social-Media- und SaaS-Konten) sind fast immer Transaktions-E-Mails in irgendeiner Phase des Prozesses involviert.
E-Mails werden häufig für Bestellbestätigungen, Zustellbenachrichtigungen, das Senden von Links zum Zurücksetzen von Passwörtern und die Bestätigung von Transaktionen aller Art genutzt. Transaktions-E-Mails weisen die höchsten Öffnungs- und Antwortraten auf, da die empfangende Person die E-Mail in der Regel erwartet und sie umgehend öffnen möchte. Für clevere E-Mail-Marketing-Profis geht es kaum besser.
Wie bereits erwähnt, haben Social-Media-Plattformen den Markt in rasantem Tempo erobert. Auf den ersten Blick mag das für E-Mail-Marketing-Profis wie eine schlechte Nachricht klingen. Mit minimalem Aufwand lässt sich Social Media jedoch nutzen, um die Reichweite einer gut durchdachten E-Mail-Kampagne zu vergrößern. Gut platzierte „Gefällt mir“- und „Teilen“-Buttons sowie „Retweet“-Links können die Reichweite von Marketing-E-Mails erhöhen. Dabei wird die soziale Intelligenz der bestehenden Kundschaft genutzt, die Inhalte mit Gleichgesinnten teilen möchte.
Die junge Zielgruppe
Oft hört man die Aussage: „Die E-Mail ist tot, weil junge Menschen sie nicht nutzen.“ Auch wenn die heutige Jugend E-Mails kaum noch als soziale Plattform nutzt, dürfen wir nicht vergessen, dass auch sie früher oder später in die Geschäftswelt eintritt. Und wie bereits dargelegt, ist die E-Mail aus der Geschäftswelt so schnell nicht wegzudenken. Die Herausforderung für E-Mail-Marketing-Profis wird darin bestehen, neue und kreative Wege zu finden, um E-Mail- und Social-Media-Plattformen miteinander zu verknüpfen.
Trotz der weitverbreiteten Annahme, dass E-Mails nicht mehr relevant seien, belegen die Daten und Metriken diese Behauptung schlichtweg nicht. Social Media ist zwar zu einem entscheidenden Faktor in einem sich wandelnden Online-Markt geworden, was die Bedeutung der E-Mail jedoch keineswegs schmälert. Die Rolle der E-Mail ist entscheidend. Wenn Kampagnen so angepasst werden, dass sie die Reichweite von Social Media nutzen, wird die E-Mail noch lange Zeit eine der wichtigsten Einnahmequellen bleiben.