Emojis in E-Mails und E-Mail-Betreffzeilen: Sollten Sie sie nutzen?
Emojis sind überall zu finden. Sie haben sogar einen eigenen Feiertag (den Welt-Emoji-Tag; ja, den gibt es wirklich). Sie sind farbenfroh, aufmerksamkeitsstark und sparen dort, wo Platz knapp ist, wie etwa auf mobilen Endgeräten, jede Menge Platz. Da stellt sich natürlich die Frage, ob der Einsatz im E-Mail-Marketing oder im gesamten digitalen Marketing überhaupt sinnvoll ist.
Doch bevor Sie Ihre E-Mail-Kampagnen und E-Mail-Betreffzeilen mit Emojis überhäufen, sollten Sie einige Dinge beachten.
Wie Sie Emojis einsetzen
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Emojis in Ihren Betreffzeilen einzusetzen. Die gängigste Methode ist ein Farbakzent, der Ihre E-Mail von den anderen E-Mails im Posteingang der Empfänger abhebt. Sie wirken oftmals optisch ansprechender und unterhaltsamer als eine E-Mail, die nur aus Text besteht. Die Verwendung von Emojis als Ersatz für Wörter ist ebenfalls weit verbreitet und spart zudem Platz.
Wenn Sie im E-Mail-Marketing arbeiten und die Personen auf Ihrer E-Mail-Liste auf einen neuen T-Shirt-Sale aufmerksam machen möchten, können Sie das auf verschiedene Arten formulieren. „20 % Rabatt auf neue T-Shirt-Designs“ ist weniger unterhaltsam, bunt und aussagekräftig als „Sichern Sie sich 20 % Rabatt auf diese 🔥 neuen Shirts!“ Oder Sie schreiben beispielsweise „Jetzt 20 % Rabatt auf neue 👕 sichern!!“, um einen ähnlichen Effekt zu erzielen. Alles, was sich von Text wie diesem abhebt:

Das bringt mich zu meinem nächsten Punkt – übertreiben Sie es nicht. Ein übermäßiger Einsatz von Emojis in Ihren E-Mail-Betreffzeilen oder im E-Mail-Text wirkt oft aufdringlich oder gar wie Spam. Eine Betreffzeile wie „🙌😱2️⃣0️⃣ % Rabatt auf 🔥 neue 👕👚‼️✨“ sollten Sie lieber vermeiden. Denn die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass ISPs wie Gmail von Google Sie direkt in den Spam-Ordner verschieben.
Denken Sie daran, wie Sie und Ihre Freunde Emojis in Textkonversationen nutzen und wie andere sie verwenden. Emojis sollten natürlich wirken und Ihrem Text etwas Flair und Spannung verleihen. Sie möchten die Posteingänge Ihrer Zielgruppe sicher nicht mit Emojis überfluten, nur weil Millennials ständig unzählige Smileys verwenden – oder?
Wann Sie sie nutzen sollten
Ein entscheidender Faktor bei der Frage, welche Emojis Sie verwenden sollten – und ob überhaupt –, ist, wer Ihre E-Mail-Nachrichten erhält. Wenn Sie eine jüngere Zielgruppe ansprechen und ein unterhaltsames, unbeschwertes Produkt verkaufen, ist der Einsatz von Emojis durchaus angebracht. Besteht Ihre Zielgruppe jedoch hauptsächlich aus älteren Personen und Fachleuten oder verkaufen Sie eine B2B-Dienstleistung, kommen Emojis in Ihren Betreffzeilen möglicherweise nicht so gut an.
Die Grenze zwischen Menschen, die sich über Emojis in ihren E-Mails freuen, und denen, die das nicht tun, ist nicht immer klar. Daher sollten Sie vor der Entscheidung für oder gegen Emojis einige Vor- und Nachteile abwägen:
Risiken
Da Emojis kein konkretes Kommunikationsmittel sind und eher Emotionen vermitteln, interpretiert sie nicht jeder auf dieselbe Weise. Genauso wie wir Mimik und Körpersprache falsch deuten, lässt sich auch die Intention eines Emojis missverstehen. Dadurch besteht die Möglichkeit, dass jemand Ihre E-Mail-Betreffzeile so liest, dass sie entweder keinen Sinn ergibt oder der eigentlichen Intention direkt widerspricht.
Beachten Sie außerdem, dass einige Emojis nicht wie Buchstaben und Zahlen standardisiert sind. Deshalb nutzen verschiedene Apps, Betriebssysteme und Dienste unterschiedliche Emoji-Grafiken. Viele Emojis basieren auf Unicode und werden auf verschiedenen Geräten korrekt dargestellt – jedoch nicht alle. Sie können jederzeit auf Websites wie Emojipedia überprüfen, wie sie auf verschiedenen Geräten aussehen. Dennoch besteht das Risiko, dass der Emoji-Support nicht ausreicht. Zudem könnte das verwendete Emoji auf anderen Tastaturen noch nicht existieren, sodass die Empfänger stattdessen nur ein ◻︎ sehen.
Nichts schreit so sehr nach „Hey, öffne mich! Ich bin spannend und interessant“ wie „◻︎◻︎ Neue◻︎ Produkte verfügbar◻︎◻︎◻︎◻︎.“ Leider haben Sie das nicht ganz in der Hand, denn verschiedene E-Mail-Clients verwenden unterschiedliche Emoji-Tastaturen, je nach Betriebssystem des Geräts. Wenn beispielsweise auf der Samsung Android-Tastatur ein brandneues Emoji-Set fehlt, das auf der Apple iOS-Tastatur verfügbar ist, wird es niemand sehen, der Ihre Betreffzeile auf einem Android-Gerät liest.
Das größte Risiko beim Versand von Emojis in E-Mails besteht darin, dass ein falscher oder übermäßiger Einsatz einfach albern wirkt. Sie scheinen den Bezug zur Realität verloren zu haben und nicht zu wissen, wie man mit jüngeren Zielgruppen kommuniziert. Widerstehen Sie also dem Drang, Ihre Betreffzeilen damit zu überfrachten. Weniger ist hier oft mehr. Andernfalls landen Sie mit Betreffzeilen wie dieser schnell im Spam-Ordner:

Vorteile
Wie bereits erwähnt, möchte ich es hier noch einmal betonen: Emojis und Emoticons eignen sich hervorragend, um Aufmerksamkeit zu erregen. Wenn Sie Ihr E-Mail-Postfach öffnen und nur eine einzige Betreffzeile ein Emoji enthält, fällt Ihr Blick wahrscheinlich zuerst genau dorthin. Der leuchtende Farbakzent, besonders in Kombination mit dem neuen Dunkelmodus auf einigen Geräten, zieht die Blicke magisch an.
Ein authentischer und ansprechender Einsatz von Emojis verleiht Ihren E-Mails eine persönlichere Note. Er vermittelt das Gefühl, mit einer echten Person auf der anderen Seite zu kommunizieren. Das ist ein enormer Vorteil in einer Zeit, in der wir täglich mit Nachrichten in E-Mails, Textnachrichten, Online-Anzeigen und auf Social Media überflutet werden.
Wie steht es um Ihre Zustellbarkeit?
Abgesehen von Vor- und Nachteilen: Welche Rolle spielt die Verwendung von Emojis beim E-Mail-Versand und für die allgemeine Zustellbarkeit? Auch wenn es überraschend klingt: Ein gezielter Einsatz erhöht Ihre Chancen, im Posteingang zu landen.
Ganz recht, ISPs wie Gmail haben grundsätzlich nichts gegen Emojis – es kommt ganz darauf an, wie Sie sie einsetzen. Auch hierbei ist entscheidend, an wen Sie sich richten: Ihre Zielgruppe.
Emojis wirken albern, machen Spaß und sind bei richtigem Einsatz sogar richtig witzig. Wenn Sie Ihre Betreffzeile mit einer Flut an Emojis als eine Art Bildsprache zukleistern, wird wahrscheinlich niemand Ihre E-Mail öffnen. Sie landen zwar im Posteingang, aber Ihr Engagement wird darunter leiden.
Betrachten Sie sie als schönen Akzent, der Ihre gesamte Betreffzeile abrundet. Das Emoji an sich ist nicht der Betreff, sondern hebt ihn hervor und lenkt die Aufmerksamkeit darauf. Diese Betonung fördert das Engagement. Ein höheres Engagement stärkt Ihre Reputation und letztendlich Ihre Zustellbarkeit.
Die Quintessenz
Wenn Sie Ihre Öffnungsraten steigern, eine lockerere Verbindung zu Ihrer Zielgruppe aufbauen oder Ihr E-Mail-Marketing ganz allgemein auf ein neues Level heben möchten, sind Emojis ein großartiges Werkzeug. Achten Sie jedoch stets auf ein gewisses Fingerspitzengefühl.
Letztendlich kommt es darauf an, wen Sie mit Ihrem E-Mail-Marketing ansprechen, warum diese Personen die E-Mails erhalten und welche Wirkung das Emoji auf sie haben soll. Emojis sorgen für einen erfreulichen Farbtupfer, der die Posteingänge Ihrer Kontakte belebt. Achten Sie jedoch darauf, es nicht zu übertreiben, damit Ihre E-Mail-Kampagnen nicht wie Spam aussehen.
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