IT & Engineering
GHOST behoben und unsere Patch-Methodik
Dieser Beitrag wurde ursprünglich am 29. Januar 2015 veröffentlicht.
Mailgun hat unsere gesamte Infrastruktur gegen die kürzlich bekannt gegebene GHOST-Sicherheitslücke.
GHOST ist eine Sicherheitslücke in der Funktionsfamilie gethostbyname*() der GNU C Library (glibc). Diese spezielle Schwachstelle ermöglicht potenziell die Übernahme eines Servers entweder über einen lokalen oder einen Remote-Exploit.
Wir haben unsere Protokolle überwacht und haben keinen Grund zur Annahme, dass unsere Infrastruktur angegriffen wurde. Es handelte sich um eine rein präventive Maßnahme. Es gingen weder Kundendaten verloren, noch wurden sie beeinträchtigt.
Wir empfehlen allen Kunden dringend, ihre Infrastruktur ebenfalls zu überprüfen und entsprechend zu patchen.
Unsere Patch-Methodik
Um Ihnen einen kleinen Einblick in das Sicherheitskonzept bei Mailgun zu geben, möchte ich im Folgenden erläutern, wie wir mit Sicherheitslücken umgehen.
- Wir versuchen, die Auswirkungen auf unsere Kunden zu minimieren. Das bedeutet, dass wir normalerweise rollierende Updates durchführen, um sicherzustellen, dass immer ein Teil von Mailgun in Betrieb ist. Dies dauert länger, ermöglicht es uns aber, Ausfallzeiten zu minimieren.
- Bei Sicherheitslücken, für die entweder ein Proof of Concept (POC) vorliegt und/oder bei denen es sich um Remote-Exploits für von uns betriebene Dienste handelt, spielen wir diese Patches sofort ein. Außerdem überprüfen wir unsere Protokolle, um sicherzustellen, dass niemand die Schwachstelle erfolgreich ausnutzen konnte, bevor wir sie patchen konnten.
- Bei Sicherheitslücken, die nicht mit einem POC einhergehen und/oder bei denen es sich um lokale Exploits handelt, patchen wir unsere Infrastruktur in der Regel gemäß unserem Patch-Zeitplan. Wir tun dies, weil der Zeitraum von der Entdeckung eines Fehlers bis zu seinem Exploit länger ist als unser Patch-Zyklus.
Wir sind sehr gewissenhaft dabei, Sicherheitsupdates einzuspielen, sobald sie verfügbar sind. Auch wenn dies wie ein wenig lohnenswerter Weg zum Schutz der Serverinfrastruktur erscheinen mag, legt es die Hürde für mögliche Angriffe tatsächlich höher. Eine gepatchte Infrastruktur macht automatisierte Tools unwirksam und erfordert, dass bei einem Angriff ein Fehler entweder in unserer Serverkonfiguration oder in unserer Anwendung selbst gefunden wird, was die Anforderungen an die Komplexität des Angriffs erheblich erhöht.