Email

Ausdrückliche Einwilligung und die DSGVO

Die Einwilligung ist eine der Rechtsgrundlagen für die Datenverarbeitung in der DSGVO. Doch was ändert sich? Nun, sie ist jetzt ausdrücklich und dynamisch, da sie sich jederzeit ändern kann.
Bild für Ausdrückliche Einwilligung und die DSGVO

Die DSGVO betrifft alle (und ist für alle durchsetzbar), die Geschäfte mit Personen mit Wohnsitz in der EU machen, selbst wenn Sie sich am anderen Ende der Welt befinden. Die Zeit verging wie im Flug bei all den Vorbereitungen für die DSGVO-Konformität, und niemand hatte wirklich Spaß daran – außer den Fachleuten für Datenschutz. Für sie war es ein Riesenspaß und fast wie ein vorgezogenes Weihnachtsfest. Alle anderen waren eher ernüchtert und ziemlich verwirrt.

Hinweis: EU-Datenschutzgesetze wie die DSGVO sind komplex. Dieser Blogbeitrag ist nicht als Rechtsberatung zu verstehen. Bitte wenden Sie sich an einen Rechtsexperten, um zu erfahren, wie sich die DSGVO auf Ihr Unternehmen auswirkt.

Warum also war das Ganze so mühsam?

Die Durchsetzung dieser EU-Gesetze ist im Grunde so, als würde man jemandem sagen, sein Baby sei hässlich. Es macht deutlich, dass bei der Datenerfassung und -verarbeitung etwas schiefläuft, wenn Unternehmen sich nicht an Best Practices halten. Und die Wahrheit tut weh.

Die DSGVO scheint auch keine unkomplizierten Richtlinien zu bieten, wie man den Kurs korrigieren kann. Also ja … es war eine harte Zeit. Und irgendwie auch ironisch. Genau diese Gesetze fordern eine Änderung bei der Einholung der Einwilligung und legen fest, dass diese nicht mehr stillschweigend vorausgesetzt werden darf. Ausdrückliche Gesetze mit vagen Richtlinien für die Umsetzung, die eine ausdrückliche Einwilligung fordern. Lassen Sie das einen Moment auf sich wirken.

Einwilligung ist dynamisch

Die DSGVO deckt mehrere Rechtsgrundlagen für die Datenverarbeitung ab, und die Einwilligung ist eine davon. Wir müssen unser Verständnis von Einwilligung ändern: Sie ist nicht dauerhaft, sondern dynamisch. Das bedeutet, dass die Einwilligung gemäß DSGVO von der Situation abhängt und sich nur auf die jeweilige Aktivität bezieht. Besonders im Marketing müssen wir uns zunehmend fragen: Habe ich die Einwilligung, Ihnen Marketing-Nachrichten zu senden? Erwarten Sie meine E-Mails? Selbst ein wohlhabender nigerianischer Prinz, der sein Vermögen mit mir teilen möchte, bräuchte meine ausdrückliche Einwilligung, um mir weiterhin Spam-E-Mails zu senden.

Old lady looking at computer with Nigerian prince meme text

Auch wenn es keine emotionale Achterbahnfahrt wie bei einer echten Trennung ist, wenn sich jemand von Ihren E-Mails abmeldet, geraten die meisten Marketing-Fachleute dennoch in Panik. Aber mal ehrlich: Warum sollten Sie überhaupt mit jemandem kommunizieren wollen, der Ihnen gar nicht zuhören möchte?

Mit der DSGVO muss Ihre Kundschaft die Möglichkeit haben, die Einwilligung zu widerrufen (und damit der Nutzung von Informationen für Direktmarketing zu widersprechen), wenn sie nichts mehr von Ihnen hören möchte. Zudem müssen sie jederzeit die Möglichkeit zum Opt-out haben, den Status ihrer Einwilligung jederzeit aktualisieren können und das Recht auf Löschung ihrer Daten haben. Ach ja, und wenn sie ihre Daten mitnehmen möchten, müssen Sie ihnen diese zur Verfügung stellen.

Dieser Fokus auf die ausdrückliche Einwilligung richtet sich gegen den Haupttäter: vorab aktivierte Kontrollkästchen, die als Standardoption in Formularen festgelegt sind, oft in Verbindung mit einer Pauschalaussage in den Nutzungsbedingungen. Wenn Sie Ihre Kontakte erreichen möchten, bieten Sie ihnen nur das an, was sie auch wirklich interessiert. Schaffen Sie einen sicheren Rahmen, in dem Sie direkt um die Einwilligung bitten, bevor Sie mit ihnen interagieren. Ein gutes Beispiel dafür ist die InMail-Funktion auf LinkedIn. Dort kommunizieren Sie nur zu geschäftlichen Zwecken mit Personen, und diese entscheiden selbst, ob sie antworten möchten oder nicht.

Was unternimmt Mailgun bei der Datenerfassung?

Bei all dem haben wir viel Aufwand in die Datenverarbeitung gesteckt, um unseren AV-Vertrag zu aktualisieren und Änderungen vorzunehmen, bevor die Frist abläuft. Aber auch die Datenerfassung wurde nicht übersehen … wir mussten Maßnahmen ergreifen, um die Anforderungen der DSGVO auch für unsere Marketing-Kommunikation zu erfüllen.

Wir haben uns (und unseren Rechtsbeistand) einige schwierige Fragen gestellt, um zu entscheiden, wie wir vorgehen. Sie wissen schon, der Stoff, aus dem Albträume im Marketing sind: Sprechen wir Kontakte erneut an und bitten sie um ein ausdrückliches Opt-in? Löschen wir unsere gesamte Datenbank, weil wir glauben, dass wir keine ausdrückliche Einwilligung einholen können? Brauche ich wirklich Dinge wie Telefonnummern und Postanschriften?

Nach einigem Nachdenken kamen wir zu dem Schluss, dass es sinnvoll ist, die harte Arbeit im Vorfeld zu erledigen – selbst wenn wir einen großen Teil unserer E-Mail-Listen verlieren. Wir haben unsere Webformulare aktualisiert, um sicherzustellen, dass Kontrollkästchen vorhanden und standardmäßig nicht aktiviert sind. Dazu gehörte auch, dass wir für jede Art der Kommunikation ein eigenes Kontrollkästchen eingerichtet haben.

Window with checkboxes for subscription preferences

Damit wollen wir sicherstellen, dass wir in Zukunft unabhängig vom geografischen Standort eine ausdrückliche Einwilligung einholen. Bestehende Kontakte sprechen wir erneut an, indem wir unser neues Opt-in-Formular teilen und sie ihre Kommunikations-Einstellungen nach Typ auswählen lassen. Sobald die DSGVO in Kraft tritt, werden wir die Kontakte aussortieren, die ihre Opt-in-Einstellungen nicht übermittelt haben (Sie wissen, was ich damit meine, wenn Sie unser Webinar zu Best Practices für E-Mail-Listen).

Fazit

Die DSGVO wird sich auch über die Grenzen der EU hinaus auswirken. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis andere Länder ähnliche Bestimmungen in irgendeiner Form einführen. Wir dachten uns, dass es besser ist, der Entwicklung einen Schritt voraus zu sein, auch wenn man kurzfristig ein paar Nachteile in Kauf nehmen muss.

Es gibt jedoch auch einen Lichtblick. Ihr Engagement bei Kunden und Kontakten wird sich deutlich verbessern, was für E-Mails eine großartige Sache ist. Es kann zu besseren Konversationen führen und sich zudem insgesamt positiv auf Ihre E-Mail-Zustellbarkeit auswirken.